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Organisation einer Aktionsgruppe

Arbeitskreis (Plenum)

Wenn genügend Personen und Gruppen zur Mitarbeit bereit sind und alle die Aktionsidee akzeptieren, ist der Weg frei zur Gründung eines Arbeitskreises, der Vollversammlung der aktiv Mitwirkenden. An diesem Punkt beginnt die Organisation, also die Verteilung und Koordination der Aufgaben. Die Organisation hängt natürlich von der Größe der Gruppe ab. Bei kleineren Gruppen sind auch andere Organisationsformen möglich oder sogar notwendig.

Arbeitsgruppen

Aus dem Plenum des Arbeitskreises – der demokratischen Basis für Beschlußfassung und Verantwortlichkeit – bilden sich je nach Umfang der Aktion Arbeitsgruppen (Pressekontakte, Öffentlichkeitsarbeit, Informationsbeschaffung, Schulung, Finanzen, Veranstaltungen, Informationsstände etc.). Die personelle Besetzung hängt natürlich von der Zahl und dem Talent derer ab, die mitmachen.

Leitungsteam

Die einzelnen Arbeitsgruppen entsenden je einen Vertreter in ein Leitungsteam, das sich wöchentlich ein- zweimal trifft und die verschiedenen Gruppenaktivitäten auf das gemeinsame Programm hin zeitlich, örtlich, personell und sachlich koordiniert. Das Leitungsteam ist dem Plenum gegenüber verantwortlich und führt die notwendigen Vorarbeiten aus. Jeder soll allen für das Gelingen verantwortlich sein: von dem Plakate erstellen bis zum Kassenwart, vom Beleuchter bis zur Diskussionsleiterin. Jeder soll mitsprechen, mitbestimmen können; jeder muß die Aktion als seine Sache sehen, die er beeinflußt und mitträgt.

Teamsprecher

Sowohl rechtlich wie organisatorisch ist es sinnvoll, im Plenum oder im Leitungsteam einen Teamsprecher zu wählen. Bei ihm laufen zwischen den Sitzungen des Vorbereitungsteams die Fäden zusammen. Im vorher abgesprochenen Rahmen sollte er auch kurzfristig notwendige Entscheidungen selbst treffen können, die er natürlich vor dem Arbeitsbeginn verantworten muß. Er braucht vor und nach der Aktion viel Zeit, sonst läßt sich diese Arbeit nur schwer verkraften.

Zeitplan

Entscheidend für das Gelingen der Aktion ist ein genauer Zeitplan, in dem alle zur Vorbereitung und Durchführung der Aktionen notwendigen Aktivitäten skizziert sind. Im Rahmen dieses Plans wird dann wöchentlich ein Programm erstellt, aus dem alle notwendigen Tätigkeiten abzulesen sind. Je umfangreicher die Aktion geplant ist, desto genauer kalkuliert und detailliert sollte der Plan sein.

Besonders wichtig ist die Wahl des Zeitraumes der Aktionen und ihrer Einzelveranstaltungen. Bestimmte Termine können durch andere Ereignisse und das Verhalten der Bevölkerung an dieser Zeit besonders gut, aber auch besonders schlecht geeignet sein (Karneval, Urlaubszeit).

Bei der Feinabstimmung der Termine ist darauf zu achten, daß man weder mit besonders attraktiven lokalen Veranstaltungen noch mit besonders beliebten Fernsehsendungen (Länderspiele!) kollidiert. Beim Fernsehsender nachfragen.

Das rein Technische, Organisatorische einer Aktion kann man in einer Vorbereitungszeit von ungefähr sechs Wochen unterbringen. Es gibt jedoch fünf sehr wichtige Aufgaben, die schon wesentlich früher in Angriff genommen werden sollten:

  1. Für die Schulung der Aktionsteilnehmer sollte man mindestens drei bis vier Wochen Zeit haben, um in Wochenendkursen (Vorbereitungsseminaren) allen Teilnehmern eine in etwa gleichen und ausreichenden Informationsstand zu vermitteln. Besonders dringend ist die Schulung derer, die später die Passanten auf der Straße und am Informationsabend ansprechen sollen: Argumentation, freies, sicheres Reden und Auftreten müssen geübt werden.
  2. Man kann nicht früh genug mit dem Sammeln von Literatur, Broschüren, Tabellen, Zeitungsausschnitten, Grafiken, Bildern, Zitaten, Karikaturen, Plakaten, Filmverzeichnissen beginnen. Hier wird der Grundstein für ein Archiv gelegt. Diese Material muß – möglichst nach Stichworten sortiert – abrufbereit verfügbar sein. Nicht jeder muß alles gelesen haben. Aber einige sollten auf einem speziellen Gebiet besonders informiert sein und wissen, wo was zu finden ist. Für den Eigengebrauch der Gruppe ist eine Literaturliste nützlich, mit einem Abschnitt Pflichtlektüre und einem anderen, der weiterführende Informationsquellen angibt. Wichtig ist, daß die Gruppe „Informationsbeschaffung/Auswertung“ die gerade benötigten Informationen im entscheidenden Augenblick schnell parat hat.
  3. Anträge auf Unterstützung bei öffentlichen oder Verbandsstellen müssen frühzeitig gestellt werden (am besten etwa sechs Monate vor der Aktion). Nachhaken, wenn nach vier Wochen keine Antwort da ist!
  4. Aus Abrechnungs- und Steuergründen sollte man die Gründung und Eintragung eines Vereins ins Auge fassen. Die Anerkennung der Gemeinnützigkeit kann sich über längere Zeit hinziehen. Einfacher: Ein Verein oder Verband übernimmt die Trägerschaft.


Checkliste zum Aktionsplan

  • Zusammenarbeit mit anderen Gruppen
  • Finanzen (vor der Aktion)
  • Kosten- und Finanzierungsplan erarbeiten;
  • Unterstützungsanträge stellen;
  • Spendengesuche versenden;
  • Konten einrichten für Einzahlungen
  • gleichzeitige Klärung der juristischen Trägerschaft.

Informationsbeschaffung/Auswertung

  • kleine Handbibliothek anlegen;
  • kontinuierlicher Bezug Publikationen anderer Gruppen, um Kontakt zu halten;
  • Broschüren, Tabellen Zeitungsausschnitte, Zitate Grafiken, Bilder sammeln (daraus sollte ein Archiv werden);
  • Informationsmaterial bestellen;
  • Filme auswählen, begutachten, zur Vorführung vorbereiten;
  • Anfragen beantworten;
  • Literaturliste für Aktionsteilnehmer zusammenstellen;
  • Mitarbeit bei der inhaltlichen Vorbereitung von Diskussionen und Referaten;
  • Schulungspapiere für die Eigeninformation zusammenstellen;
  • Mitarbeit bei Schulungsseminaren;
  • Material zur Unterrichtung der Öffentlichkeit (Flugblätter, Plakate etc.) ausarbeiten;
  • Ausstellungen, Bücherstände vorbereiten;
  • Mitarbeitervorbereitung (parallel zur Informationsbeschaffung/Auswertung);
  • Seminare für alle Aktionsteilnehmer;
  • Argumentations- und Rednerschulung;
  • Interviewer für Publikumsbefragung und Straßendiskussion schulen.


Pressearbeit

Pressereferent wählen

Kontakte zur lokalen Presse, zu Rundfunk und Fernsehen schaffen;
Journalisten vorinformieren, Fotos machen, Leserbriefe schreiben;

vor und bei Veranstaltungen „Waschzettel“ (wichtige Kurzinformationen über die Gruppe, ihre Ziele, die Veranstaltung etc.) an Journalisten verteilen;

Erfahrungsberichte mit Kurzfassung an Zeitungen, Jugendzeitschriften und sonstige Publikationen.


Öffentlichkeitsarbeit

  • Aktionssymbol und -slogan entwerfen (wichtig: ein einziges Symbol auf allen Veröffentlichungen und während der ganzen Aktion, damit man bekannt wird);
  • Plakate, Handzettel, Flugblätter, Aufkleber, Ansteckknöpfe entwerfen und bestellen;
  • Selbstdarstellung der Aktion (Flugblätter, Inserate etc.);
  • Druck oder Vervielfältigung des Informationsmaterials;
  • Einladungs- und Informationsschreiben an Gruppen, Vereine, Verbände, Kirchen, Parteien, Abgeordnete, Stadtrat, Schulen, Umweltamt: Bitte um Mitarbeit;
  • Persönliche Kontakte mit Lehrern, Schülermitverwaltungen etc.;
  • Gründung von Arbeitskreisen in Schulen anregen;
  • Ausschreibung von Wettbewerben (Mal- oder Aufsatzwettbewerbe in Schulen etc.);
  • Informationsmaterial bereitstellen und auflegen;
  • Genehmigung für Lautsprecherwerbung bei der Ordnungsbehörde einholen;
  • Preisausschreiben vorbereiten.

Vorbereitung von Veranstaltungen

  • Terminplanung, Veranstaltungskalender erstellen; Thema und Ablauf der Veranstaltung planen;
  • Räume sehr zeitig bestellen;
  • Genehmigung für Veranstaltungen im Freien einholen;
  • Referenten, Podiums- und Hearingsteilnehmer einladen;
  • Veranstaltungsleiter bestellen;
  • Gesangs- und Kabarettgruppen, Band beauftragen oder engagieren;
  • Meldung an GEMA
  • tehnische Vorbereitung (Podium, Dekoration Beleuchtung, Dia- und Filmprojektoren, Verstärkeranlagen);
  • Pressearbeit; Pressegespräche, Pressekonferenzen, „Waschzettel“ formulieren, Journalisten betreuen;
  • Textbausteine liefern, Interviews vereinbaren, Schlußberichte erstatten;
  • Abbau, Aufräumen etc.


Informationsstände

Standplätze auswählen;
Genehmigung zum Aufbau von Ständen, zum Verkauf, zur Werbung einholen;
Planung des Mitarbeitereinsatzes an den Informationsständen (Zeitplan);
Baumaterialien besorgen;
Entwürfe von Dekorateur und Schreiner;
Waren auswählen, bestellen, abholen;
Dekoration;
Tageslichtprojektor, Video, etc. beschaffen;
Meinungsbefragung durchführen;
Abbau, Aufräumen, Reinigung, Abtransport von Waren, Restverwertung, Abrechnung;
Gespräche mit Passanten auswerten;
Adressen in Kartei erfassen.

Finanzen (nach Aktion)

Belege zusammenstellen;
Verwendungsnachweis mit Sachbericht über die Veranstaltung für öffentliche Zuschüsse;
Gesamtabrechnung

Weiterarbeit

Nachkontaktarbeit bei Interessenten und Aktionsteilnehmern;
weitere Zusammenarbeit mit den Trägergruppen der Aktion;
andere Gruppen und Vereine für neue Aktionen gewinnen;
interne Weiterbildung durch den Besuch von Seminaren, Lektüre.

Öffentliche Veranstaltungen

Kurzreferat

Stand 02/11

 



Weitere Tipps und Tricks zum effizienten Energiesparen finden Sie in unserer Strompsarsektion der Ökotipps

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